Berliner StraßenbahnystemBuslinie M48GeschichteStädtebauliche SituationSoziale Situation
SchnellerNachhaltigWirtschaftlichNeuer Straßenraum
LinienführungMetrotramlinie M4FahrzeugeinsatzBuskonzeptErschließungsstandards
Städtebauliche GrundsätzeÜbersicht der PlanungDetails
Betriebswirtschaftliche BewertungFördermöglichkeitenKostenschätzung

Die Situation der Buslinie M48

Die heutige Buslinie M48 zählt zu einer der am stärksten ausgelasteten Linien im Netz der BVG. Mit bis zu 40.000 Fahrgästen täglich bietet die aktuelle Linienführung ausreichend Fahrgastaufkommen für eine U-Bahnlinie. Allerdings würde die Realisierung einer – tatsächlich in den 1970er Jahren entlang diesen Korridors geplanten – U-Bahnlinie einen unökonomischen Parallelverkehr mit nahezu identischen Haltepunktabständen zur S-Bahn bedeuten. Einwände der Berliner S-Bahn GmbH mit ebendieser Kritik, im Jahre 2004 die ehemalige Buslinie 148 zu einer Metrobuslinie umzuwandeln, konnten nachhaltig entkräftet werden. Während U- und S-Bahn in direkter Konkurrenz um Fahrgäste stehen, bedienen Bus- und Tramlinien andere Verkehrsströme. Durch den geringeren Haltestellenabstand von etwa 400 m dienen sie vorrangig der innerbezirklichen Mobilität (Einkaufen, Schule, Zubringer zu Umsteigepunkten). Da die Fahrzeiten bei S- und U-Bahn deutlich geringer liegen, besteht keine Konkurrenz um Fahrgäste mit gesamtstädtischen Fahrtzielen. Allerdings können Busse und Straßenbahnen trotz der Reisezeit durchaus zum bevorzugten Verkehrsmittel werden, wenn sie beispielsweise umsteigefreie Verbindungen ermöglichen.

Linienverlaufsplan Metrobuslinie M48

Quelle: Berliner Verkehrsbetriebe

Die derzeitige Buslinie M48 bietet zwar eine umsteigefreie Anbindung von Rathaus Steglitz zum Alexanderplatz, allerdings ist die Buslinie zu Hauptverkehrszeiten höchst unzuverlässig. Neben Verzögerungen durch Staus, die insbesondere im Schöneberger Abschnitt der Strecke entstehen, benötigen Busse längere Zeit zum Fahrgastwechsel als Straßenbahnen. Als Konsequenz entstehen im angebotenen 5-Minuten-Takt regelmäßig Konvoifahrten von bis zu vier dreiachsigen Doppelstockbussen vom Typ NEOMAN A39. Als Gegenreaktion entstehen somit für die Fahrgäste mitunter Wartezeiten von bis zu 15 Minuten und Quasi-Leerfahrten bzw. Verfrühungen für die Busse am Konvoiende. Dennoch bleibt die Achse entlang der B1 eine der am stärksten frequentierten Buslinien im Berliner Netz. Das volle Potential wird allerdings nicht ausgeschöpft. Im Abschnitt zwischen Innsbrucker Platz und Bülowstraße verkehren darüber hinaus jeweils in Teilstücken die Buslinien 104, 106, 187, 204 und 248.

Die Angebotsverbesserung der BVG zum Fahrplanwechsel im Dezember 2007 in Form der Verlängerung des M85 vom Rathaus Steglitz zum Berliner Hauptbahnhof spielt dabei nur eine geringe Rolle. Haupteinzugsbereich für Fernverkehrsreisen der Bevölkerung des Süd-Westens Berlin ist der eigens für diese Stadtteile entstandene Bahnhof Südkreuz, dessen Relevanz durch die projektierte Realisierung der Dresdner Bahn weiter steigen wird. Der M85 erfüllt somit in weiten Teilen der Strecke ausschließlich die Rolle des Ersatzes der Verstärkerbusse der M48, die vormals zwischen Rathaus Steglitz und Philharmonie, Voßstraße verkehrten. Es erscheint höchst unwahrscheinlich, dass Fahrgäste von Lichterfelde Süd zum Hauptbahnhof mit dieser Buslinie fahren würden.

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