Planungsgeschichte des des Korridors Alexanderplatz – Rathaus Steglitz
Die Hauptstadtplanungen nach der Wiedervereinigung sahen mehrere Straßenbahnnetzerweiterungen in den Westteil der Stadt vor. Priorität 1 genoss dabei immer der Korridor Alexanderplatz – Potsdamer Platz. Auf Grund der extrem hohen verkehrlichen Belastung aller Verkehrsträger auf dieser Strecke wurden bereits 1993 umfangreiche Machbarkeitsstudien erstellt. Dabei wurde auch die Verlängerung der Trasse nach Rathaus Steglitz untersucht, u.a. mit einer Prüfung der Möglichkeit der Nutzung der bestehenden U-Bahnrohbauten entlang des Korridors. Als wichtigste Studie für die Planung der Strecke gilt die 1999 von Prof. Robert Schnüll angefertigte Untersuchung verschiedener Planfälle für eine Straßenbahn vom Alexanderplatz zum Potsdamer Platz. Trotz des überaus positiven Ergebnisses wurde die Strecke nicht umgesetzt. Die in der Leipziger Straße verlegten Gleise sind im Rahmen der Straßensanierung verlegt worden. Sie gelten als Straße und sind nicht in an die BVG als Straßenbahnverkehrsfläche übergegeben worden. Somit erwächst daraus kein Anspruch auf einen Straßenbahnbetrieb.
In den Planungen des Planwerks Innenstadt wurde der Straßenraum zwischen Alexanderplatz und Potsdamer Platz bereits für eine Straßenbahntrasse vorbereitet. Das Anschlussstück in Richtung Süden wurde dabei nicht weiter betrachtet. Dementsprechend stellte die Integration eines besonderen Gleiskörpers in den bestehenden Straßenraum eine große Herausforderung für das Projekt dar. Wie die Entwürfe zeigen können, ist es gelungen städtebaulich und verkehrlich sinnvolle, attraktive und funkionale Lösungen für den Straßenraum im Korridor zu finden. Die dabei notwendigen Kompromisse zwischen den unterschiedlichen Verkehrsträgern wurden aus einem klaren Bekenntnis zum öffentlichen Nahverkehr sowie sicherer und attraktiver Fahrradrouten heraus getroffen.

