Berliner StraßenbahnystemBuslinie M48GeschichteStädtebauliche SituationSoziale Situation
SchnellerNachhaltigWirtschaftlichNeuer Straßenraum
LinienführungMetrotramlinie M4FahrzeugeinsatzBuskonzeptErschließungsstandards
Städtebauliche GrundsätzeÜbersicht der PlanungDetails
Betriebswirtschaftliche BewertungFördermöglichkeitenKostenschätzung

Übersicht der Planung

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Quelle: Google Maps/Lukas Foljanty

Der Systemvortei der Straßenbahn gegenüber einem Bus kann insbesondere dann voll ausgespielt werden, wenn die Tram einen besonderen Gleiskörper hat. In den Machbarkeitsstudien und Vorplanungen, die vom Berliner Senat in den 1990er Jahren in Auftrag gegeben wurden, wurde dieser Aspekt in Gänze berücksichtigt. Einige Studien untersuchten die Möglichkeit die bestehenden U-Bahnbauvorleistungen der U10 als Straßenbahnanlagen zu nutzen. Andere sahen die Aufgabe der U-Bahnlinie 4 vor, um anschließend die Tunnelanlagen für die Tram zu nutzen. Eine der aktuellesten Untersuchung im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, durchgeführt von Prof. Dr.-Ing. Robert Schnüll, kam zu dem Ergebnis, dass ein besonderer Gleiskörper zwar extrem sinnvoll, im Sinne einer politisch nicht gewollten Reduzierung der MV-Zahlen allerdings unmöglich sei.

Diese Studie wurde 1999 angefertigt. Seither hat sich die Situation stark verändert. Benzin ist seit 1999 um beinahe 100% im Preis gestiegen. Dementsprechend sind die Autoverkäufe in Deutschland in den vergangenen Jahren trotz wirtschaftlichen Aufschwungs stagnierend oder zurückgehend. Studien gehen davon aus, dass bei einer weiteren Verdopplung des Benzinpreises 3% der Deutschen ihren PKW abschaffen würden. Bei weiteren, absehbaren Preissteigerungen ist davon auszugehen, dass die Anzahl derer, die auf ÖV und Fahrrad umsteigen exponential ansteigen wird.

Folglich können die seinerzeit geforderten MV-Durchflusszahlen entlang des Korridors nicht mehr für eine aktuelle, nachhaltige Planung Gültigkeit haben. Das Projekt hat sich daher bei der Neuaufteilung des Straßenraumes klar für den ÖV und den Fahrradverkehr positioniert. Sowohl der fließende, als auch der ruhende MV sind daher in ihrer Leistungsfähigkeit reduziert worden.

Dies hat allerdings nicht nur verkehrliche Auswirkungen, sondern eröffnet die Chance einer städtebaulichen Aufwertung des Straßenraumes entlang der B1. Im Folgenden werden daher städtebaulich und verkehrlich besonders interessante Lösungen der Planung des Projektes vorgestellt. Die Gesamtübersicht über die Planungen des gesamten Korridors finden Sie im Endbericht des Projektes.

 

S+U Rathaus Steglitz; Maßstab: 1:4000

Quelle: Dominik Stanonik

S+U Rathaus Steglitz

Nachdem die Trasse durch die Schloßstraße entlang der Baumreihe in der Straßenmitte führt, biegt sie am Hermann-Ehlers-Platz in die Albrechtstraße ein, in der sich die Endhaltestelle befindet. Die Haltestelle liegt nun deutlich näher am Bahnhof der S1 als die bisherige Haltestellen der Buslinien M48 und M85 und ist als Kombispur mit den Buslinien M82, X83, 282, 284 und 380 ausgeführt. Unter der Autobahnbrücke der A103 in der Düppelstraße befinden sich eine Wendeschleife und vier Aufstellflächen. Dadurch kann verlorener städtischer Raum einer sinnvollen Funktion zugeführt werden. Unter der Autobahnbrücke lassen sich mit geringem Aufwand die Züge vor Vandalismus schützen. Die Wendeschleife kann ferner für mögliche Netzerweiterungen entlang der Albrechstraße als Endpunkt dienen.

 

U Schloßstraße; Maßstab: 1:4000

Quelle: Dominik Stanonik

U Schloßstraße

Direkt südlich der Jochaim-Tiburtius-Brücke am Fuße des Steglitzer Wahrzeichens Bierpinsel befindet sich die Haltestelle Schloßstraße. Der Bahnsteig wird sich in Mittellage zwischen den Gleisen befinden und bietet eine direkte Umsteigebeziehung zur U-Bahnlinie 9. Die Busse der Linien 186 und 282 halten in nördlicher Richtung wie bislang unter der Schnellstraßenbrücke. In südlicher Richtung halten sie nördlich der Brücke vor dem Wertheim-Kaufhaus. Der unattraktive Raum unter der Brücke wurde bereits im Rahmen der Sanierung des Bierpinsels für eine mögliche Umgestaltung vorgeschlagen.

 

S+U Innsbrucker Platz; Maßstab: 1:4000

Quelle: Dominik Stanonik

S+U Innsbrucker Platz

Am Innsbrucker Platz hält die Straßenbahn, nachdem sie den Kreisverkehr passiert hat, in Mittellage unter der S-Bahn-Brücke. Der bisher ungenutzte Platz, auf dem die Säulen der Brücke stehen, wird zum Haltestellenbereich umfunktioniert. Über den Übergang auf der nördlichen Seite der Haltestelle können zwei U-Bahn-Eingänge zu der Linie U4 und der Eingang zur Ringbahn erreicht werden. Die Buslinie 189 hält Richtung Süden wie bislang vor dem S-Bahn-Eingang und in Richtung Norden in einer neu geschaffenen Haltebucht. Der dunkle und bedrückende Raum unter der S-Bahn-Brücke muss dabei dringend gestalterisch aufgewertet werden, wobei die Haltestelle ein wichtiges Element dieser Aufwertung sein kann. Denkbar und dringend zu empfehlen sind geschickte Lichtinstallationen, der Einsatz von ansprechenden Materialien wie beispielsweise Opalglas, z.B. nach dem Vorbild der Pariser Tramlinie T3 oder dem Ribeckplatz in Halle/Saale, um eine ansprechende Haltestellengestaltung zu erreichen.

 

U Kleistpark; Maßstab: 1:4000

Quelle: Dominik Stanonik

U Kleistpark

Die Straßenbahnhaltestelle befindet sich nördlich der Kreuzung Hauptstraße/Grunewaldstaße. Die Kombihaltestelle mit Seitenbahnsteigen hat eine Länge von 82 m, wodurch die Möglichkeit gegeben ist, dass eine Straßenbahn und ein Bus gleichzeitig an der Haltestelle halten können. Zwischen Goebenstraße und U Kleistpark sind am Straßenrand Neupflanzungen von Platanen geplant. Am U Kleistpark bestehen Umsteigemöglichkeiten zu der U7 und den Buslinien 106 und 204.

 

 

U Bülowstraße/U Kurfürstenstraße; Maßstab: 1:4000

Quelle: Dominik Stanonik

U Bülowstraße/U Kurfürstenstraße

Um der besonderen Umsteigesituation an diesen Umsteigepunkt gerecht zu werden, wird die Haltestelle als eine Art „Doppelhaltestelle“ ausgebildet. Die Haltestelle ist dabei jedoch nicht durchgehend auf der gesamten Länge des Häuserblockes, sondern die beiden Haltestellen sind baulich und räumlich voneinander getrennt. Zwischen den zwei Haltestellen ist ein grünes Gleis vorgesehen, dessen Raum neben den Gleisen als Kurzzeitparkmöglichkeiten genutzt werden können. Trotz des vermeidlich doppelten Haltes am selben Knoten, wurde diese Lösung gewählt, da beide U-Bahnlinien wichtige Umsteigebeziehungen darstellen und längere Wege vermieden werden sollten. Daher hält die Straßenbahn auf einer Länge von 180 m in kurzem Abstand zwei Mal. Neben der verkehrlichen Bedeutung dieser Lösung kann so eine interessante städtebauliche Gestaltung umgesetzt werden.
An der Kreuzung Bülowstraße/Potsdamer Straße in Richtung Süden beginnt eine Bus-Straßenbahn-Kombispur, die bis U Kleistpark eine gemeinsame Nutzung von der Straßenbahn und den Buslinien 106 und 204 möglich macht. Das Linksabbiegen für den MV in Nord-Süd-Richtung an dieser Kreuzung wurde unterbunden. Stattdessen wird der MV nach rechts in die Bülowstraße geleitet, wo ca. 150 m nach der Kreuzung ein U-Turn unter dem U-Bahnviadukt möglich ist.

 

S+U Potsdamer Platz; Maßstab: 1:4000

Quelle: Dominik Stanonik

S+U Potsdamer Platz

Am Potsdamer Platz hält die Straßenbahn westlich der Kreuzung Potsdamer Straße/Stresemannstraße. Die Haltestelle mit besonders langen Seitenbahnsteigen (90 m) befindet sich zwischen der Kreuzung und der Varian-Fry-Straße. An der Kreuzung ergeben sich optimale Umsteigebeziehungen zu den Regionalexpresslinien RE 3, 4, 5, den S-Bahnlinien 1, 2, 25 der U-Bahnlinie 2 und den Buslinien M41 und 200. An der Varian-Fry-Straße befindet sich ein wichtiger Zugang in das Quartier, so dass die Fußgängerströme in und aus dem Gebiet ideale Wegebeziehungen vorfinden.

 

U Stadtmitte; Maßstab: 1:4000

Quelle: Dominik Stanonik

U Stadtmitte

Die Haltestelle U Stadtmitte wird als überfahrbares Kap im Versatz ausgebildet und bietet hervorragende Umsteigemöglichkeiten zu den U-Bahnlinien U2 und U6. Die Kaps ermöglichen trotz des außerordentlich schmalen Straßenquerschnitts optimale Fahrgastwechsel ohne die MV-Kapazität entscheidend zu reduzieren. So bleiben beide heute bestehenden Fahrspuren erhalten. Da allerdings in diesem Abschnitt Fahrradspuren nicht in die Planung übernommen werden konnten, wird der gesamte Abschnitt zwischen Charlottenstraße und Leipziger Platz auf Tempo 30 km/h für den MV reduziert, um die Sicherheit aller Verkerhsteilnehmer zu erhöhen. Da die Straßenbahn auf einem besonderen Bahnkörper verkehrt, kann sie bei bis zu Tempo 60 km/h ihren Systemvorteil voll ausspielen.

 

Tramallee Leipziger Straße/
U Spittelmarkt; Maßstab: 1:4000

Quelle: Dominik Stanonik

Tramallee Leipziger Straße/U Spittelmarkt

Die Haltestelle Spittelmarkt hat Seitenbahnsteige und bietet eine sehr gute Umsteigemöglichkeit zum gleichnamigen U-Bahnhof. Die Lage der Haltestelle orientiert sich zudem an der im Planwerk Innenstadt festgelegten Straßenführung nach Durchbindung der Axel-Springer-Straße.
In dem sich anschließedem Abschnitt der Leipziger Straße wird die Straßenbahn in Mittellage als so genannte Tramallee ausgeführt. Dabei werden an beiden Seiten des Bahnkörpers Bäume gepflanzt, die den mit 70 m überbreiten Straßenraum gliedern.

 

S+U Alexanderplatz/Rathausstraße; Maßstab: 1:4000

Quelle: Dominik Stanonik

S+U Alexanderplatz/Rathausstraße

Die Haltestelle S+U Alexanderplatz mit Seitenbahnsteigen befindet sich gegenüber des CUBIX-Kinos und den Rathauspassagen in der Fußgängerzone. Sie bietet durch kurze Wege optimale Umsteigemöglichkeiten zur S- und U-Bahn (Linien U2, U5, U8), zur Regionalbahn sowie zu den Straßenbahnlinien M2, M5 und M6. In der Fußgängerzone fährt die Straßenbahn entsprechend der StVO Schrittgeschwindigkeit. Um darüber hinaus die Sicherheit zu unterstützen, werden für die Eindeckung der Fahrbahn Materialien gewählt, die sich optisch vom umliegenden Bodenbelag der Fußgängerzone abheben.

 

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