direkt zum Inhalt springen

direkt zum Hauptnavigationsmenü

Sie sind hier

TU Berlin

Inhalt des Dokuments

Arbeitsheft 76 - Frühe Baumschulen in Deutschland

Lupe

Sylvia Butenschön (Hrsg.):

Frühe Baumschulen in Deutschland
Zum Nutzen, zur Zierde und zum Besten des Landes 

Berlin 2012, 190 Seiten
ISBN 978-3-7983-2414-5
Euro 14,90

Download:
IHV & Leseprobe
Flyer

Schlagwörter
Baumschule, Obstbau, Geschichte 18./19. Jahrhundert, Gartenkultur, Aufsatzsammlung

Abstract
Baumschulen wurden in der Gartengeschichtsforschung bisher wenig betrachtet. Vielleicht resultiert dies aus der heutigen Teilung des Berufsfeldes in einen gärtnerisch-praktischen und einen gestalterisch-entwerfenden Zweig – eine Trennung, die bis ins 19. Jahrhundert noch nicht existierte.
Das Forschungsdesiderat war ein Anstoß für die am Fachgebiet Denkmalpflege der TU Berlin veranstaltete Tagung "Zum Nutzen, zur Zierde und zum Besten des Landes" im November 2011. Im Ergebnis kann der Sammelband "Frühe Baumschulen in Deutschland" vorgelegt werden, dessen Beiträge die Entwicklung des Baumschulwesens in der zweiten Hälfte des 18. und der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts behandeln. Sie sind damit auf einen Zeitraum gerichtet, in dem ein zunehmendes Interesse an ausländischen Gehölzen, die Beschäftigung mit der Pomologie und die Verbreitung des Landschaftsgartens zur Gründung zahlreicher Baumschulen in Deutschland führten.
Von den Protagonisten der Entwicklung entstanden seit den 1760er Jahren diverse Veröffentlichungen zur Baumzucht und zur Anlage von Baumschulen, so dass eine klare Vorstellung von Struktur und Organisation solcher Einrichtungen verbreitet war. Verschiedenen Beispiele aus dem norddeutschen Raum zeigen das Spektrum der Ziele und Umsetzungsmöglichkeiten bei der Anlage von Baumschulen für Obst-, Forst- und Ziergehölze. Die 1767 angelegte Plantage in Hannover-Herrenhausen war das Zentrum eines Förderprogramms zur Landesentwicklung durch Obstbau unter dem Kurfürsten Georg III. Eine ähnliche Zielrichtung hatte auch die Baumschule am Weißenstein in Kassel, die im gleichen Jahrzehnt unter dem Landgrafen Friedrich II. im Zusammenhang mit der landschaftlichen Parkgestaltung des vormaligen Karlsberges  eingerichtet wurde. In der Region Neuvorpommern begann die Geschichte öffentlicher Baumschulen 1795 mit einer Obstbaumschule an der Universität Greifswald und entwickelte sich ab 1835 an der Königlichen Landwirtschaftsakademie Eldena zur Blüte. Beispiele für Privatbaumschulen, die von adligen Sammlern gegründet wurden und einen enormen Einfluss auf die Verbreitung nordamerikanischer Zier- und Forstgehölze in Deutschland hatten, sind die Baumschulen in Harbke und Schwöbber. Hier stand die Baumzucht in direktem Zusammenhang mit der Einführung der neuen landschaftlichen Gartenkunst in Deutschland in der Mitte des 18. Jahrhunderts. Das Baumschulwesen als bedeutender Erwerbszweig einer Region entwickelte sich im Hamburger Raum, wo die Baumschule des schottisch-stämmigen James Booth eine führende Rolle einnahm.
Insgesamt sind also unterschiedliche Typen von frühen Baumschulen feststellbar: Es gab private Baumschulen, die aus Liebhaberei und Sammelleidenschaft gegründet wurden, es gab gewerblich orientierte Baumschulen und solche, die mit dem Ziel der allgemeinen Landesverbesserung von staatlicher Seite eingerichtet wurden.  

Bestellung

Zusatzinformationen / Extras

Direktzugang

Schnellnavigation zur Seite über Nummerneingabe