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TU Berlin

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ISR Graue Reihe 42

Lupe

Svende Albrecht, Anna Maria Parnitzke, Josefine Reichert (Hrsg.)

Verwundbare Stadt
Ein Beitrag zum Konzept Vulnerabilität am Beispiel der Schweinegrippe

Berlin 2012 - 97 S.
ISBN 978-3-7983-2419-0

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Abstract:

Das Konzept der Vulnerabilität wird von diversen Forschungsdisziplinen angewendet, um mit verschiedensten Phänomenen in Zusammenhang mit Gefahren, Risiken und Schädigungen umzugehen. Es ist gekennzeichnet durch eine stark heterogene Verwendung je nach disziplinärem Kontext, die dazu führt, dass kaum Konsens über die Auslegung des Begriffs besteht.

Traditionell eher in den Naturwissenschaften verankert, wie etwa der Untersuchung von Vulnerabilität durch Naturrisiken wie Hochwasser oder Erdbeben, wird der Begriff in der wissenschaftlichen Debatte zumeist in einer essentialistischen Auslegung verwendet. Vulnerabilität wird dabei als etwas Naturgegebenes aufgefasst. Die Erforschung des Begriffs in den Gesellschaftswissenschaften ist hingegen relativ neu. Bislang fehlt insbesondere den sozial- und raumwissenschaftlichen Ansätzen häufig ein theoretisches Fundament im Umgang mit dem Konzept Vulnerabilität. Ein wesentlicher Aspekt in der sozialwissenschaftlich angelegten Raumforschung ist die Untersuchung der Wahrnehmung von Vulnerabilität.

Hierbei wird davon ausgegangen, dass ein Bewusstsein über mögliche Gefahren sowie dessen Bewertung gleichermaßen von Bedeutung wie die Gefahr selbst sind. Hinsichtlich dieser Annahme kann folglich von einer konstruierten respektive "gefühlten" Vulnerabilität die Rede sein. Aus dieser Perspektive wird Vulnerabilität nicht als eine gegebene Eigenschaft, sondern als ein gedankliches Konzept aufgefasst. Dennoch kann Vulnerabilität immer auch eine materielle Ebene besitzen, da wahrgenommene Gefahren, ob real oder konstruiert, materielle Wirkungen nach sich ziehen können.

Vor dem Hintergrund des Titels "Verwundbare Stadt" ist der konkrete Untersuchungsgegenstand dieses Beitrags die Fragestellung, inwiefern die Wahrnehmung von Vulnerabilität die Stadt beeinflusst. Dabei wird die Stadt sowohl als räumliche als auch als gesellschaftliche Bezugsgröße verstanden. Die Fragestellung wird anhand eines für die Disziplin der Stadtplanung zunächst ungewöhnlich erscheinenden Analysebeispiels untersucht: der im Frühjahr 2009 aufgetretenen sogenannten ‚Schweinegrippe', die als Pandemie eingestuft wurde und eine gewisse Zeit ein beherrschendes Thema in der Öffentlichkeit darstellte. Die wirtschaftlichen und politischen Auswirkungen, der Einfluss der Medien sowie die Wahrnehmung in der Bevölkerung sind dabei zentrale Untersuchungsaspekte, anhand derer die ‚Schweinegrippe' als vermeintliche Vulnerabilität bewertet werden soll.

 

 

Die Publikation können Sie hier kostenlos herunterladen.

Alle weiteren Bände der Grauen Reihe finden Sie in der Übersicht.

 

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