direkt zum Inhalt springen

direkt zum Hauptnavigationsmenü

Sie sind hier

TU Berlin

Inhalt des Dokuments

Diskussionsbeitrag 59: Urbane Gärten in Buenos Aires

Lupe

Haidle, Isabella/Arndt, Christoph

2007
204 S., zahlr. Abb.
ISBN 978-3-7983-2053-6
Preis EUR 9,90

Download:
Flyer mit Inhaltsverzeichnis



Abstract:
Die im Herbst 2003 in Buenos Aires begonnene dreimonatige Studie hatte zu Anfang allein das Ziel, die lokale Ausformung und Verbreitung der urbanen Landwirtschaft zu untersuchen, da zu diesem Thema nur vereinzelt Daten vorlagen. Es zeichnete sich jedoch schnell ab, dass die gerade im Entstehen begriffene "Gartenbewegung" mit der jüngeren gesellschaftlichen Entwicklung zu eng verwoben ist, um nur diese technischen Aspekte zu beschreiben. Militärdiktatur, Neoliberalismus und die darauf folgende Wirtschaftskrise haben die Entstehung der Gärten stark beeinflusst. Die Gartenprojekte sind Teil gesellschaftlicher Entwicklungen, die jenseits des Staates entstehen und basisdemokratisch nach Alternativen suchen. Die Gärten mildern dabei nicht nur materielle Not durch die Produktion von ökologischen Nahrungsmitteln, sondern dienen auch dazu, die direkte Umwelt selber zu gestalten, politischen Protest zu transportieren und soziale Netze aufzubauen. Um dieser Vielfalt von Zielen der städtischen Gärten in Buenos Aires gerecht zu werden stellt diese Arbeit die wichtigsten Erscheinungsformen der urbanen Landwirtschaft exemplarisch anhand verschiedener Fälle vor. Die Spannbreite reicht dabei von Haus- und Familiengärten über Schul- und Krankenhausgärten bis hin zu Gärten von Nachbarschaftsinitiativen und Erwerbslosenorganisationen. Immer häufiger finden sich dabei gemeinschaftlich betriebene Gärten. Diese Gemeinschaftsprojekte stellen in ihren unterschiedlichen Ausformungen ein Charakteristikum der urbanen Gärten in Argentinien dar. Von unterschiedlichen Basisbewegungen und Organisationen betrieben, spiegelt sich in ihnen die politische und soziale Situation des Landes. Darüber hinaus ist die hier vorliegende Beschäftigung mit dem Thema aus stadtplanerischer Sicht ein Beitrag zu einer gerade erst entstehenden internationalen Forschungsrichtung. Urbane Gärten sind nicht erst heute weltweit präsent. Es gab sie schon seitdem es Städte gibt, denn die ersten Siedlungen haben sich um Gärten herum entwickelt. Im Zuge der Modernisierung und Industrialisierung im letzten Jahrhundert geriet die Praxis des innerstädtischen Gemüseanbaus jedoch weitgehend aus dem Blickfeld der Stadtplanung. In der Realität verschwand sie niemals ganz, sondern bestand informell weiter. Erst die Krisen der Moderne bzw. das Ende des fordistischen Entwicklungsmodells haben weltweit zu einer intensiveren theoretischen Beschäftigung mit kleinteiligen, vor Ort organisierten, informellen Praxen geführt. Die Interaktion der GärtnerInnen mit der Stadtentwicklung und Stadtplanung rückt seit einigen Jahren ins Zentrum des Interesses. Die vorliegende Untersuchung hat ihren Schwerpunkt daher auch in diesem Feld gesetzt. Die AutorInnen versuchen zwischen der Planung und den Ideen der GärtnerInnen zu vermitteln, indem sie mögliche Potenziale und Defizite der einzelnen Projekte aufzeigen und Unterstützungsmöglichkeiten formulieren.

Bestellung

Zusatzinformationen / Extras

Direktzugang

Schnellnavigation zur Seite über Nummerneingabe