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TU Berlin

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Das ereignISReich #39 ist ab sofort sowohl in der Druckvariante, wie auch als PDF verfügbar. Im B-Gebäude finden Sie die aktuelle Version an mehreren Stellen ausgelegt oder zum mitnehmen im Informations- und Projektzentrum. Die PDF können Sie unter folgendem Link abrufen:

INTRO #39

Die Stadt gilt als komplexestes menschliches Artefakt. Schon allein deshalb ist die Auseinandersetzung mit Stadt, sei es in Forschung, Lehre oder Praxis, unabdingbar auf Interdisziplinarität angewiesen. Interdisziplinarität setzt Kompetenz und Selbstbewusstsein der einzelnen Disziplinen voraus, aber auch Bescheidenheit und das Eingeständnis, dass die eigene Disziplin nur einen – in der Regel kleinen – Teil zum ganzen Bild beiträgt. Interdisziplinarität ist darauf angewiesen, dass die Beteiligten bereit sind, zuzuhören, lernen zu wollen und Kompromisse einzugehen.

Gerade an solcher Bescheidenheit scheint es mir immer wieder zu mangeln. Die Selbstgewissheit einzelner Disziplinen verhindert oft eine angemessene Kommunikation auf Augenhöhe. Jede Disziplin glaubt, sie sei die „Hauptstraße“ zur Erschließung der Auseinandersetzung mit Stadt. Das führt zur Abwertungen anderer Disziplinen und letztlich zu suboptimalen Ergebnissen einer Kooperation – Auseinandersetzungen in Forschungsprojekten, zu Studiengangsreformen oder zwischen Fachgebieten über die Beanspruchung von Studierenden durch unterschiedliche Anforderungen in Lehrveranstaltungen gleichen Typs bieten an vielen Universitäten hinreichendes Anschauungsmaterial.

Institute für Stadt- und Regionalplanung, Raumplanung, Raumentwicklung o.ä. sind immer zu klein, um „alles“ bedienen – erforschen und lehren – zu können. Daraus ergibt sich eine Vielzahl von Optionen – und die Notwendigkeit – der Schwerpunktsetzung und Proflierung: zwischen Theorie und Praxis, Forschung und Planung, Analyse und Design auf der einen Seite, zwischen sozialwissenschaftlicher oder gestalterischer Ausrichtung, zwischen stärker historischem oder gegenwartbezogenem Fokus, in der Auswahl der Fachgebiete, die zu einem Studiengang gehören sollen und ihrer Ausrichtung im Einzelnen – um nur einige Möglichkeiten zu nennen. Es geht dabei immer um Abwägungen vor dem Hintergrund unterschiedlicher Interessen, Einschätzungen zukünftiger Bedeutung von Themen, Forschungsagenden, Machtverhältnissen zwischen Fakultäten, Fächern, Personen.

Interdisziplinarität muss gelebt und eingeübt werden. Für die Lehrenden an einem interdisziplinären Institut kommt es daher m.E. vor allem darauf an, den Studierenden „Fenster“ und Blickrichtungen zu öfnen, Schnittmengen und Übergänge zu zeigen, Bescheidenheit einzufordern, deutlich zu machen, wie notwendig es ist, andere Fachkompetenzen gleichberechtigt einzubeziehen. Dazu gehört auch, den Studierenden eigene Schwerpunktsetzungen und Spezialisierungen zu ermöglichen.

 

Mit herzlichen Grüßen | Dietrich Henckel

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